| Metropolis | ||
| München, März 2007 Andreas Pernpeintner für die Süddeutsche Zeitung (ungekürzte Fassung): Großes Epos Es gehört eine gehörige Portion Mut dazu, die Filmmusik zu "Metropolis", jenem fast schon sagenumwobenen Ufa-Stummfilm von Fritz Lang und seiner Frau Thea von Harbou, für Orgel zu bearbeiten. Erst vor einigen Jahren wurde die originale Partitur von Komponist Gottfried Huppertz wiederentdeckt: eine meisterlich erschaffene, eine anrührende, schier erdrückender Gigantomanie der Klänge, die eine spätromantische orchestrale Opulenz geradezu voraussetzt. Doch der Münchner Organist Stefan Moser ist bekannt für die innovative Gestaltung seiner Konzerte. Und er kennt das klangliche Potential der eben dem üppigen Klang eines Orchesters nachempfundenen Steinmeyer-Orgel in St. Lukas in Lehel. So wird seine Zusammenführung von Stummfilm und Live-Musik zu einem überzeugenden Klangerlebnis. Gewiss, die etwas verworrene, schwulstige Handlung dieses Filmmonuments wurde bereits nach der Uraufführung im Jahr 1927 scharf kritisiert und fordert eine etwas angestrengte Aufmerksamkeit. Doch darum geht es bei diesem Konzert gar nicht: Es ist wahrlich kein Leichtes, zwei Stunden lang ohne Unterbrechung eine derart komplexe Musik genau zu den Bildern passend zu spielen. So ist Mosers Konzert schon in konditioneller Hinsicht ein wahrer Gewaltritt. Und ihm gelingt noch weit mehr. Mit dem strahlenden Farbenreichtum seiner Registrierung und Klanggestaltung wird Mosers Darbietung zu einem schillernden Abbild der Handlung, zu einem großen musikalischen Epos, in dem Fritz Langs monumentale Bildersprache, geheimnisvolle Traumwelten, menschenverachtene Realität, Liebe, Elend und Schmerz gleichermaßen ihren Ausdruck finden. Ein Eindrucksvolles Arrangement, das viel Anerkennung verdient hat. |
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